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Zero-, 1st-, 2nd- und 3rd-Party-Daten im Banking: So nutzen Banken ihr Datengold optimal

Datennutzung optimieren im Banking mit Zero-Party-Daten, 1st-Party-Daten, 2nd-Party-Daten, 3rd-Party-Daten

acceleraid Redaktion

4 Min. Lesezeit

Customer Lifecycle Management

Customer Lifecycle Management

Customer Lifecycle Management

01

Acquire

Signale erkennen

02

Onboard

Aktivierung steuern

03

Grow

Next Best Action

04

Retain

Churn reduzieren

05

Reactivate

Potenziale zurückholen

Daten → KI-Score → Trigger → Kanal → Feedback

Daten → KI-Score → Trigger → Kanal → Feedback

Die wichtigsten Kundendaten im Banking – First-, Second-, Third- und Zero-Party Data im Überblick

Im modernen Banking und bei Kreditkartenanbietern sind präzise Kundendaten der Schlüssel zu erfolgreicher Personalisierung, Kundensegmentierung und gezielten Marketingkampagnen. Doch nicht alle Daten sind gleich. Die Unterscheidung zwischen First-Party Data, Second-Party Data, Third-Party Data und Zero-Party Data ist entscheidend, um Datenquellen richtig zu nutzen, Compliance-Anforderungen zu erfüllen und den maximalen Geschäftswert zu erzielen.

Dieser Leitfaden liefert eine klare Definition jeder Datenkategorie, zeigt typische Einsatzszenarien im Finanzsektor und gibt Best Practices für Banken, um die Datenqualität und -nutzung zu optimieren.

1. First-Party Data – Ihre eigenen Kundendaten

Definition:First-Party Data sind Daten, die direkt von der Bank oder dem Kreditkartenanbieter aus der Kundenbeziehung stammen. Sie entstehen durch eigene Kanäle wie Online-Banking, Mobile Apps, Kundenservice, Filialbesuche oder Transaktionen.

Beispiele im Banking:

Transaktionshistorie (z. B. Zahlungen, Daueraufträge, Kartenumsätze)

Kontoinformationen (Saldo, Kontotyp)

Online-Banking-Logins und Nutzungsverhalten

Reaktionen auf E-Mail-Kampagnen oder Push-Notifications

Vorteile:

Höchste Genauigkeit und Aktualität

DSGVO-konforme Nutzung (bei richtiger Einwilligung)

Direkte Kontrolle über Datenerhebung und -pflege

Best Practice für Banken:Nutzen Sie First-Party Data zur Kundenwertanalyse (Customer Lifetime Value), für Churn Prevention und gezielte Cross-Selling-Angebote (z. B. Kreditkarten-Upgrades basierend auf Ausgabeverhalten).

2. Second-Party Data – Datenpartnerschaften im Finanzsektor

Definition:Second-Party Data sind First-Party Data eines Partners, die über eine direkte Vereinbarung geteilt werden. Im Banking können das Partnerbanken, Co-Branding-Kreditkartenpartner oder Versicherungen sein.

Beispiele im Banking:

Daten aus Co-Brand-Kreditkartenprogrammen (z. B. Airline- oder Handels-Partnerschaften)

Zahlungsinformationen von Händlerbanken (Acquirer)

Kundenpräferenzen aus Partnerprogrammen

Vorteile:

Höhere Datenqualität als Third-Party Data

Zugang zu erweiterten Kundeneinblicken ohne anonyme Massenquellen

Best Practice für Banken:Second-Party Data eignet sich, um gemeinsame Loyalty-Programme zu optimieren oder Zielgruppen für Partnerkampagnen präzise auszuwählen.

3. Third-Party Data – Externe Marktdaten

Definition:Third-Party Data werden von externen Datenanbietern gesammelt und an Banken oder Finanzdienstleister verkauft. Sie stammen nicht aus einer direkten Kundenbeziehung.

Beispiele im Banking:

Soziodemografische Daten aus Marktforschungsinstituten

Standort- und Bewegungsdaten aus App-Netzwerken

Brancheninformationen über Händler

Vorteile:

Schnelle Skalierung von Zielgruppen

Ergänzung von First-Party-Daten um Markt- und Umfeldinformationen

Risiken:

Geringere Genauigkeit

Höheres Risiko bei DSGVO-Compliance

Zunehmende Einschränkungen durch Datenschutzgesetze

Best Practice für Banken:Third-Party Data nur gezielt einsetzen, z. B. für Markteintrittsanalysen oder Kampagnen in neuen Regionen, und immer mit First-Party Data validieren.

4. Zero-Party Data – Kunden geben freiwillig Auskunft

Definition:Zero-Party Data sind freiwillig von Kunden bereitgestellte Informationen, die über Umfragen, Profilangaben oder Interaktions-Tools erhoben werden.

Beispiele im Banking:

Produktpräferenzen (z. B. „Ich interessiere mich für nachhaltige Geldanlagen“)

Feedback zu Banking-Services

Selbst eingegebene Sparziele oder Finanzpläne in der Banking-App

Vorteile:

Maximale Relevanz für personalisierte Angebote

Direkte Einwilligung des Kunden

Wertvolle Ergänzung zu Transaktionsdaten

Best Practice für Banken:Zero-Party Data gezielt in Onboarding-Prozessen und Bestandskundenkampagnen erheben, um Angebote auf individuelle Lebenssituationen zuzuschneiden.

Tabelle: Vergleich der Datenarten im Banking

Datenart

Quelle

Genauigkeit

Datenschutzrisiko

Banking-Beispiele


Zero-Party Data

Freiwillige Kundenangaben

Sehr hoch

Sehr niedrig

Präferenzen, Feedback


First-Party Data

Eigene Kundenkanäle

Hoch

Niedrig

Transaktionen, Logins


Second-Party Data

Partnerunternehmen

Hoch

Mittel

Co-Branding-Daten


Third-Party Data

Externe Anbieter

Mittel

Hoch

Marktdaten, Standort


 

Die große Banking-Datenliste nach Kategorien

Kürzel Bedeutung: ZP = Zero-Party | 1P = First-Party | 2P = Second-Party | 3P = Third-Party

Kundenstammdaten

Name, Geburtsdatum, Geschlecht (1P)

Kontaktdaten inkl. Opt-ins (1P)

bevorzugte Sprache & Kontaktkanal (ZP)

bevorzugte Filiale/Berater:in (ZP)

Profil & Präferenzen

Sparziele (ZP)

Anlagehorizont, Risikoprofil (ZP)

Nachhaltigkeitspräferenzen bei Investments (ZP)

Interesse an Produkten (z. B. Baufinanzierung, Depot) (ZP)

Reisepläne für Kreditkarten-Limits/Geoblocking (ZP)

Demografie & Haushalt

Familienstand, Haushaltsgröße (ZP/3P)

Wohnort, PLZ-Cluster (1P)

Einkommensbereich (1P/3P modelliert)

Berufsstatus (ZP/1P)

Transaktionsdaten – das Gold im Banking

Einzelne Kontobewegungen: Datum, Uhrzeit, Betrag, Empfänger/Absender (1P)

Kreditkartentransaktionen: Betrag, Händlername, MCC (Merchant Category Code) (1P)

Daueraufträge & Lastschriften (1P)

Bargeldabhebungen & Einzahlungen (1P)

POS- vs. E-Commerce-Nutzung (1P)

Auslandseinsätze (1P)

Umsatzvolumen pro Kategorie (modelliert aus MCC) (1P)

Kreditliniennutzung, Überziehungshäufigkeit (1P)

Rücklastschriften & Chargebacks (1P)

Transaktionshäufigkeit & -intervalle (1P)

Digitale Nutzung

Login-Häufigkeit Mobile/App/Online-Banking (1P)

Genutzte Features (z. B. Multibanking, Überweisungsvorlagen) (1P)

Abbruchpunkte in Antragsprozessen (1P)

Self-Service-Tools vs. Kontaktaufnahme (1P)

Feature-Wunschliste (ZP)

CRM & Kundenservice

Beratungstermine & -themen (1P)

Beschwerden & Anliegen (1P)

Zufriedenheitswerte (NPS/CSAT) (ZP)

Kündigungsgründe (ZP/1P)

Servicekanalpräferenzen (ZP)

Partner- & Loyalty-Daten

Co-Brand-Programmteilnahmen (1P/2P)

Punkte, Meilen, Statuslevel (1P/2P)

Einlöserverhalten (1P/2P)

Partner-Transaktionen (z. B. Einkäufe bei Airline-Partnern) (2P)

Firmenkundendaten

Branche (1P/3P)

Unternehmensgröße (1P/3P)

Zahlungsverhalten von Geschäftskonten (1P)

Kredit- und Avalvolumen (1P)

Zahlungsströme nach Region/Land (1P)

Risiko & Compliance

Scoring-Werte aus internen Modellen (1P)

KYC-Daten & Identifikationsdokumente (1P)

PEP- und Sanktionslisten-Checks (1P/3P)

AML-Alerts (1P)

Betrugsmuster (1P)

Fazit – Datenstrategie im Banking

Eine erfolgreiche Datenstrategie für Banken und Kreditkartenanbieter basiert auf einem First-Party-First-Ansatz: Eigene Datenquellen maximieren, Second-Party-Datenpartnerschaften gezielt nutzen, Third-Party-Daten kritisch prüfen und Zero-Party Data als Premium-Zusatz für echte Personalisierung integrieren.

Banken, die ihre Kundendaten strukturiert und compliance-konform einsetzen, gewinnen nicht nur mehr Kundenvertrauen, sondern steigern auch den ROI ihrer Marketing- und CRM-Maßnahmen deutlich.

Sie haben das Gefühl, sie könnten Ihre Daten besser nutzen? Kontaktieren Sie uns für ein kostenfreies Beratungsgespräch!